Politiker fordern schnelle Lösung für Deutschlands Tomahawk-Lücke in der Abschreckung
Pierre BaumPolitiker fordern schnelle Lösung für Deutschlands Tomahawk-Lücke in der Abschreckung
Deutsche Verteidigungspolitiker drängen auf rasches Handeln nach Streichung der Tomahawk-Raketenstationierung
Politiker aus Union und SPD fordern von Verteidigungsminister Boris Pistorius, zügig einen Ersatz für die gestrichenen Marschflugkörper vom Typ Tomahawk zu finden. Die Forderungen unterstreichen die wachsende Sorge über eine sich auftuende „Abschreckungslücke“ in Europas Raketenfähigkeiten.
Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, forderte Pistorius auf, einen „Aktionsplan 2029“ vorzulegen. Dieser soll innerhalb der nächsten fünf Jahre eine glaubwürdige Abschreckung für Deutschland aufbauen. Erndl betonte zudem, dass man sich nicht nur auf große multinationale Projekte verlassen dürfe – innovative Lösungen junger deutscher Unternehmen könnten eine Schlüsselrolle spielen.
Auch Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, unterstützte den Appell nach schnelleren Fortschritten. Sie warnte, Europa müsse seine Raketenproduktionskapazitäten dringend ausbauen, um die drohenden Engpässe zu überwinden. Möller regte an, Kooperationen mit der Ukraine zu prüfen, die bereits einen eigenen bodengestützten Marschflugkörper mittlerer Reichweite, die FP-5 Flamingo, entwickelt hat.
Der Vorstoß folgt auf die deutsche Entscheidung, die Stationierung US-amerikanischer Tomahawk-Raketen nicht weiterzuverfolgen. Nun drängen beide Parteien darauf, dass Pistorius zeitnah Alternativen benennt, um Deutschlands defensive Schlagkraft zu erhalten.
Die Forderungen spiegeln eine grundsätzliche Besorgnis über die militärische Einsatzbereitschaft Europas wider. Ohne einen Ersatz für die Tomahawk droht Deutschland in der Fähigkeit zu langstreckigen Präzisionsschlägen zurückzufallen. Zusammenarbeit mit der Ukraine und Investitionen in heimische Innovationen könnten in den kommenden Jahren Teil der Lösung sein.






