Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – plant aber Musterung bei Personalnot
Pierre BaumPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – plant aber Musterung bei Personalnot
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich zu zentralen Fragen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik geäußert. Er lehnte Forderungen nach einer Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht ab, skizzierte jedoch Pläne, um den Personalmangel in der Bundeswehr zu bekämpfen. Seine Aussagen fallen in eine Phase intensiver Debatten über Rüstungsausgaben und internationale Zusammenarbeit.
Pistorius betonte, dass das Prinzip der Freiwilligkeit weiterhin die Grundlage der Rekrutierung bleibe. Sollten die Personallücken bestehen bleiben, könnte jedoch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung eingeführt werden – statt einer flächendeckenden Wehrpflicht. Die Ampelkoalition habe vereinbart, korrigierend einzugreifen, falls die Zahl der offenen Stellen die der qualifizierten Bewerber übersteigt.
Der Minister verwies zudem auf laufende Bemühungen zur Stärkung der Streitkräfte. Ein neuer Runden Tisch soll das Know-how der Automobilindustrie für die Rüstungsbranche nutzbar machen. Die Bundesregierung beobachte die Entwicklung der Truppenstärke und Rekrutierungstrends genau.
Bei den Haushaltsfragen räumte Pistorius ein, dass die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 auf über 18 Milliarden Euro gestiegen seien – eine Steigerung um 8 Milliarden. Trotz Rückschlägen wie dem gescheiterten FCAS-Programm bekräftigte er Deutschlands Engagement in der Zusammenarbeit mit Frankreich.
In politischen Kreisen äußerte Pistorius Vertrauen in die SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas, die Geschicke der Partei wieder zu wenden. Zugleich zeigte er sich zufrieden mit seiner aktuellen Rolle und den anstehenden Aufgaben.
Das Verteidigungsministerium wird vorerst an seiner Rekrutierungsstrategie festhalten. Kostenexplosionen und internationale Partnerschaften bleiben jedoch unter kritischer Beobachtung. Pistorius’ Prioritäten liegen darin, die Bundeswehr zu stabilisieren und seine Partei durch die aktuellen Herausforderungen zu begleiten.
