31 May 2026, 22:17

Personalnot in Staatsanwaltschaften: Pakt für den Rechtsstaat scheitert an Länderstreit

Schwarz-Rot fordert gemeinsam einen "Pakt zur Rechtsstaatlichkeit"

Personalnot in Staatsanwaltschaften: Pakt für den Rechtsstaat scheitert an Länderstreit

Deutschlands Justizsystem leidet unter massivem Personalmangel – besonders in den Staatsanwaltschaften. Politiker verschiedener Parteien haben sich nun zur Krise geäußert: Während einige einen neuen Reformplan unterstützen, kritisieren andere jahrelange Untätigkeit. Der vorgeschlagene „Pakt für den Rechtsstaat“ soll die Lücken schließen – doch nicht alle Bundesländer sind bereit mitzuziehen.

Die regierenden Fraktionen von CDU/CSU und SPD drängen Bund und Länder, den Mangel an Staatsanwälten zu beheben. Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, warnte, ein funktionierendes Justizsystem brauche ausreichend Richter, Staatsanwälte und Gerichtspersonal. Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD, betonte, der Pakt solle durch Personalaufbau und digitale Modernisierung die Belastung verringern. Zudem sieht der Plan eine grundlegende Reform des Verfahrensrechts vor, um Prozesse zu beschleunigen.

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Laut Deutschem Richterbund fehlen bundesweit etwa 2.000 Staatsanwälte. Lena Gumnior von den Grünen forderte mehr als bloße Ankündigungen und konkrete Schritte zur Schließung der Personalücken. Luke Hoß von der Linken kritisierte, Staatsanwälte seien zu oft mit Bagatellfällen beschäftigt und sollten sich stattdessen auf schwere Straftaten konzentrieren.

Auch von der AfD kommt Kritik: Stephan Brandner machte „jahrelanges politisches Versagen“ für den Personalmangel verantwortlich. Die Partei fordert eine großangelegte Einstellungsoffensive in Justiz, Staatsanwaltschaften und Polizei. Unterdessen kündigte Boris Rhein, hessischer Ministerpräsident (CDU), an, sein Land werde sich aus den Bund-Länder-Vereinbarungen wie dem Pakt zurückziehen – was die Lage weiter verunsichert.

Der „Pakt für den Rechtsstaat“ setzt auf Personalaufbau, digitale Verbesserungen und Rechtsreformen, um die Staatsanwaltschaften zu entlasten. Doch mit Hessens Ausstieg und Forderungen der Opposition nach entschlossenerem Handeln bleibt der Weg ungewiss. Die 2.000 fehlenden Staatsanwälte bleiben eine schwere Belastung für Deutschlands Justizsystem.

Quelle