23 April 2026, 22:20

Oktoberfest-Falschmeldung entlarvt: Wie eine erfundene Gruppenvergewaltigung viral ging

Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, der "Rape Ain't Right: Sexual Assault is a Serious Issue" lautet, eingerahmt von einem schwarzen Rand.

Oktoberfest-Falschmeldung entlarvt: Wie eine erfundene Gruppenvergewaltigung viral ging

Ein umstrittener Artikel über eine angebliche Gruppenvergewaltigung auf dem Oktoberfest verbreitete sich 2022 rasant im Internet. Die von Truth24 veröffentlichte Behauptung suggerierte, eine "afrikanische Bande" habe es nach dem Fest auf US-amerikanische Frauen abgesehen. Spätere Ermittlungen der Behörden ergaben jedoch keinerlei Belege für die Vorwürfe.

Der Fall wirft seitdem ein Schlaglicht auf die Diskrepanz zwischen viral verbreiteten Behauptungen und den offiziellen Polizeistatistiken zu Sexualstraftaten in Deutschland.

Am 2. Oktober 2022 veröffentlichte Truth24 einen Artikel mit der Schlagzeile "Gruppenvergewaltigung nach der Wiesn: Afrikanische Bande versucht, US-Mädchen zu entehren". Die Geschichte verbreitete sich schnell und wurde über 1.700 Mal auf Facebook geteilt. Die Staatsanwaltschaft München prüfte die Vorwürfe jedoch und fand weder Hinweise auf eine vollendete oder versuchte Vergewaltigung noch auf eine Beteiligung einer Gruppe.

Ein Polizeibericht vom 29. September 2022 bestätigte lediglich einen Vorfall: Eine 30-jährige US-Amerikanerin war nach dem Oktoberfest sexuell belästigt worden. Das Opfer konnte sich nicht an Details des Angriffs erinnern und lehnte eine medizinische Untersuchung ab. Die kurzzeitig vernommenen Tatverdächtigen wurden am nächsten Tag ohne Anklage wieder auf freien Fuß gesetzt.

Offizielle Kriminalstatistiken widerlegen die Behauptungen des Artikels zusätzlich. Eine Studie des Bundeskriminalamts (BKA) aus dem Jahr 2017 verzeichnete 380 Fälle von Gruppenvergewaltigungen mit 467 Tatverdächtigen. Davon waren 54,8 % nicht deutsch, doch die häufigsten Nationalitäten unter den Tätern waren deutsch, afghanisch und türkisch. Deutsche stellten allein fast die Hälfte aller Tatverdächtigen in Gruppenvergewaltigungsfällen dieses Jahres. Die Daten zeigten zudem, dass "überfallartige Vergewaltigungen" durch Einzeltäter – 587 Fälle im Jahr 2017 – noch häufiger vorkamen, wobei 54,9 % der Tatverdächtigen Deutsche waren.

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Die Ermittlungen wurden ohne Anklage gegen die Beschuldigten eingestellt. Die Polizeistatistiken von 2017 belegen zudem, dass Deutsche die größte Gruppe unter den Tätern von Gruppenvergewaltigungen bildeten – und nicht afrikanische Migranten. Der Fall unterstreicht die Kluft zwischen viral verbreiteten Behauptungen und den tatsächlich überprüften Kriminalstatistiken in Deutschland.

Quelle