Nürnberger Zoo plant drastische Reduzierung seiner Pavian-Herde – und erntet Proteste
Klaus-Dieter PohlNürnberger Zoo plant drastische Reduzierung seiner Pavian-Herde – und erntet Proteste
Nürnberger Zoo steht wegen Plänen zur Verringerung seiner Pavian-Population in der Kritik
Der Nürnberger Zoo sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem bekannt wurde, dass er die Zahl seiner Guinea-Paviane drastisch reduzieren will. In einem Gehege, das für 25 Tiere ausgelegt ist, leben derzeit über 45 Affen. Die Verantwortlichen warnen vor zunehmender Aggression und Stress unter den Tieren. Die vorgeschlagene Lösung – die Tötung von fast der Hälfte der Gruppe – hat Empörung in der Öffentlichkeit ausgelöst und Forderungen nach Alternativen laut werden lassen.
Ursprünglich war das Gehege für etwa 25 Paviane konzipiert, doch durch unkontrollierte Nachzucht hat sich der Bestand fast verdoppelt. Die Überbelegung führt zu häufigeren Rangkämpfen, Bissverletzungen und Anzeichen chronischen Stresses bei den Tieren. Tierärzte warnen, dass die soziale Struktur des Rudels dadurch ernsthaft gefährdet sei.
Die Zooleitung gibt zu, dass die Situation auf langfristige Planungsfehler in den Bereichen Zucht und Unterbringung zurückzuführen ist. Trotz Bemühungen, überschüssige Paviane umzusiedeln, konnten keine geeigneten Plätze gefunden werden. Als letzte Maßnahme schlägt die Direktion nun vor, den Bestand durch gezielte Tötungen unter Narkose auf 25 Tiere zu reduzieren.
Der Plan stößt bei Tierschützern auf scharfe Ablehnung. Sie werfen dem Zoo vor, verantwortungsvolle Zuchtkontrollen vernachlässigt zu haben. Die öffentliche Empörung wächst: Online zirkulieren Petitionen und Aufrufe zum Boykott. Einige Stadträte fordern sogar eine Verschiebung der Maßnahme, um andere Lösungswege zu prüfen.
Während der Druck von Aktivisten und Politikern zunimmt, wird der umstrittene Vorschlag weiterhin geprüft. Der Zoo betont, alle anderen Möglichkeiten zur Unterbringung der Paviane ausgeschöpft zu haben. Sollte der Plan genehmigt werden, wäre dies ein drastischer Eingriff in Größe und Management der Affengruppe.






