Nürnberger Banken verlangen Spitzenzinsen für Verbraucherkredite – bis zu 92 % über dem Durchschnitt
Pierre BaumNürnberger Banken verlangen Spitzenzinsen für Verbraucherkredite – bis zu 92 % über dem Durchschnitt
Kreditnehmer in der Nürnberger Region zahlen einige der höchsten Verbraucherdarlehenszinsen Deutschlands
Ein aktueller Vergleich zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den Banken – manche verlangen deutlich mehr als der bundesweite Durchschnitt. Die Wahl des Kreditgebers kann die Kosten für kurzfristige Darlehen mittlerweile stark beeinflussen.
Der beworbene Zinssatz ist oft nur der Mindest-Nennzins, meist mit einem klein gedruckten „ab“ in der Werbung gekennzeichnet. Die meisten Kunden zahlen jedoch den sogenannten Zwei-Drittel-Zins, der die tatsächlichen Konditionen für die Mehrheit der Kreditnehmer widerspiegelt.
Vor der Pandemie war die Differenz zwischen Werbezins und Zwei-Drittel-Zins noch gering. Seitdem hat sie sich deutlich vergrößert – ein Vergleich lohnt sich daher mehr denn je. So verlangt die Sparkasse Nürnberg für ein Darlehen von 15.000 Euro über 72 Monate einen Zwei-Drittel-Zins von 12,74 % effektivem Jahreszins. Die VR Bank Metropolregion Nürnberg eG bietet für ein 10.000-Euro-Darlehen mit gleicher Laufzeit einen leicht niedrigeren Zwei-Drittel-Zins von 11,39 % an.
Beide Banken liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt: Die Zinsen der Sparkasse Nürnberg sind 92 % höher als der durchschnittliche Zwei-Drittel-Zins von über 30 Banken, die der VR Bank immerhin noch 72 %. Besonders teuer sind Dispositionskredite – hier raten Experten, die Nutzung zu begrenzen, um nicht in eine Schuldenfalle zu geraten.
Wer eine Bank wählt, die schnell auf Zinssenkungen der EZB reagiert, kann spürbar sparen. Der Vergleich der Zwei-Drittel-Zinsen bleibt die zuverlässigste Methode, um das beste Kreditangebot zu finden. Die deutlichen Unterschiede zeigen: Vor der Kreditaufnahme lohnt sich eine gründliche Recherche.






