Norbert Himmler bleibt trotz Kritik und Skandalen ZDF-Intendant
Norbert Himmler bleibt nach einer Abstimmung im Rundfunkrat für eine weitere Amtszeit Intendant des ZDF. Seine Wiederwahl erfolgte trotz anhaltender Kritik an der sinkenden Bedeutung des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder in der heute-Sendung. Ein Gegenkandidat trat nicht an.
Himmler begann seine lange Karriere beim ZDF 1998 mit einem Volontariat, nachdem er zuvor als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter gearbeitet hatte. Der 1971 in Mainz Geborene studierte dort Politikwissenschaft und Germanistik – in derselben Stadt, in der auch der ZDF-Hauptsitz liegt. Im Laufe der Jahre übernahm er Schlüsselpositionen, darunter als Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und Direktor von ZDFneo.
2014 entschied Himmler als Programmdirektor, die langjährige Unterhaltungsshow Wetten, dass..? mit Moderator Thomas Gottschalk abzusetzen – eine umstrittene Maßnahme. Doch 2021 holte er das Format zurück, in der Hoffnung, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die Einschaltquoten lagen zunächst bei 4 bis 5 Millionen Zuschauern, sanken jedoch auf aktuell 2 bis 3 Millionen pro Folge. Die Show bewegt sich damit im Mittelfeld der deutschen TV-Charts: Sie übertrifft einige Quizformate, bleibt aber hinter Krimiserien wie Tatort oder Der Tatortreiniger zurück.
Der Rundfunkrat bestätigte Himmlers Wiederwahl am Freitag. Sein Jahresgehalt beträgt 372.000 Euro. Die Entscheidung folgt auf Jahre in Führungspositionen, darunter seit 2022 als Intendant.
Seine zweite Amtszeit beginnt in einer Phase mit Herausforderungen für das ZDF – von sinkenden Zuschauerzahlen bis zu redaktionellen Kontroversen. Unter seiner weiteren Führung wird der Sender nun versuchen, seine Position zu stabilisieren. Himmlers Bilanz – vom Absetzen bis zur Rückkehr von Wetten, dass..? – zeigt sowohl mutige Entscheidungen als auch gemischte Ergebnisse.