Netrebkos triumphale und umstrittene Rückkehr an der Berliner Staatsoper
Pierre BaumNetrebkos triumphale und umstrittene Rückkehr an der Berliner Staatsoper
Premiere an der Berliner Staatsoper: Netrebkos "Un ballo in maschera" zwischen Jubel und Protesten
Die Berliner Staatsoper hat eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Ein Maskenball uraufgeführt, mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Vorstellung löste sowohl begeisterten Applaus als auch laute Proteste vor dem Opernhaus aus.
Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen und skandierten Parolen gegen die russische Regierung sowie Netrebkos angebliche politischen Verbindungen. Die fast dreistündige Aufführung erhielt starke Anerkennung für Ensemble und Musiker. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde während ihres Auftritts vom Publikum warm begrüßt.
Regisseur Rafael R. Villalobos verlieh der Produktion eine moderne Note, indem er Elemente der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise einwebte. Die künstlerischen Entscheidungen fügten Verdis Klassiker eine frische Ebene hinzu.
Vor dem Opernhaus riefen Protestierende Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebung spiegelte die anhaltende Kritik an Netrebko wider, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine unter Beobachtung steht. 2021 feierte sie ihren 50. Geburtstag im Moskauer Kreml, was die Debatte über ihre politischen Verstrickungen weiter anheizte.
Die Premiere zeigte die Kluft zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Kontroverse: Während Netrebkos Leistung im Saal gefeiert wurde, unterstrichen die Proteste draußen die fortbestehenden Spannungen. Die Staatsoper führt Ein Maskenball im Rahmen ihres Weihnachtsprogramms weiter auf.






