Nach tödlichem Unfall in Oberasbach kämpft Initiative Herzschock für mehr Defibrillatoren und Erste-Hilfe-Wissen
Klaus-Dieter PohlNach tödlichem Unfall in Oberasbach kämpft Initiative Herzschock für mehr Defibrillatoren und Erste-Hilfe-Wissen
Tragischer Vorfall in Oberasbach führt zur Gründung einer lebensrettenden Initiative
Ein tragischer Zwischenfall in einer örtlichen Sporteinrichtung hat in Oberasbach die Gründung einer neuen Rettungsinitiative angestoßen. Nachdem ein 51-jähriger Torwart während eines Spiels starb, weil ein Defibrillator weggeschlossen war, schlossen sich Anwohner zum Verein Herzschock zusammen, um ähnliche Tragödien zu verhindern. Die Gruppe bietet nun kostenlose Wiederbelebungstrainings an und plant, in der gesamten Stadt leicht zugängliche Defibrillatoren aufzustellen.
Der Vorfall ereignete sich am 16. Februar im Hans-Reif-Sportzentrum in Oberasbach. Während eines Freundschaftsspiels brach ein Torwart zusammen, doch der nächste Defibrillator war unbrauchbar, weil das Gebäude abgeschlossen war. Rettungskräfte, durch eine Flut von Notrufen verzögert, trafen erst etwa 20 Minuten später ein. Der Spieler wurde ins Klinikum Fürth gebracht, wo er kurz darauf für tot erklärt wurde.
Als Reaktion darauf gründete der Unternehmer und ehrenamtliche Rettungssanitäter Jürgen Pappler den Verein Herzschock. Ziel der Initiative ist es, die Überlebenschancen zu erhöhen, indem Defibrillatoren stets zugänglich sind, klare Hinweisschilder angebracht werden und Erste-Hilfe-Kenntnisse verbreitet werden. Pappler, mittlerweile Vorsitzender der Gruppe, schlägt vor, die Geräte in beheizten Außenschränken an stark frequentierten Orten zu platzieren. Die Kosten für Installation und Wartung eines jeden Geräts belaufen sich auf etwa 4.000 Euro.
Die Initiative will keine bestehenden Rettungsdienste ersetzen, sondern kritische Lücken schließen. Jeden Sonntag bietet Herzschock Einwohnern kostenlose Wiederbelebungskurse an, um eine stärkere Überlebenskette aufzubauen. Ihr Ziel ist klar: schnellerer Zugang zu Defibrillatoren und mehr geschulte Ersthelfer, die in Notfällen bei Herzstillstand Leben retten können.
Der neue Verein hat seine Arbeit bereits aufgenommen – die Schulungen laufen, und die Pläne für die Aufstellung der Defibrillatoren nehmen Gestalt an. Bei Erfolg könnte das Projekt als Vorbild für andere Gemeinden dienen, die Herz-Kreislauf-Todesfälle reduzieren wollen. Die ersten Geräte sollen in den kommenden Monaten an stark besuchten Orten in Oberasbach installiert werden.






