Meta sperrt Playboy-Facebook-Seite – Verlag klagt gegen unklare Löschgründe
Susi DrubMeta sperrt Playboy-Facebook-Seite – Verlag klagt gegen unklare Löschgründe
Meta hat die Facebook-Seite des Playboy-Magazins dauerhaft gesperrt und dabei auf Verstöße gegen seine Richtlinien zu sexuell suggestiven Inhalten und Nacktheit verwiesen. Der Verlag Kouneli Media hat daraufhin rechtliche Schritte eingeleitet. Er wirft dem Konzern vor, die Löschung sei unverhältnismäßig gewesen, und kritisiert, dass nicht transparent gemacht werde, welche Beiträge den Bann ausgelöst hätten.
Der Streit erhält Unterstützung von Vertretern der Pressefreiheit, die warnen, dass das Vorgehen ein bedenkliches Präzedenzfall für Medien auf sozialen Plattformen schaffen könnte.
Die Sperrung erfolgte nach einer Prüfung der Playboy-Seite durch Meta, bei der Verstöße im Zusammenhang mit "sexuell suggestivem Kontakt zwischen Erwachsenen" sowie "Nacktheit und sexueller Aktivität" festgestellt worden seien. Trotz mehrfacher Nachfragen hat das Unternehmen jedoch nicht konkretisiert, welche Beiträge oder Bilder zur Entscheidung führten. Kouneli Media, der Verlag des Magazins, betont, man habe versucht, die Angelegenheit im Dialog zu klären, sei aber auf keine klaren Antworten gestoßen.
Angesichts der ausbleibenden Kommunikation hat Kouneli Media nun offiziell Beschwerde bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Zudem wurde eine Münchner Kanzlei beauftragt, um eine einstweilige Verfügung gegen Meta zu erwirken. Die Verlagsgeschäftsführerin Myriam Karsch erklärte, die vollständige Löschung eines journalistischen Mediums ohne Vorwarnung oder Begründung gehe zu weit.
Der Fall sorgt für größere Aufmerksamkeit, nachdem der Medienverband der Freien Presse (MVFP) Kouneli Media seine Unterstützung ausgesprochen hat. Die Organisation warnte, Metas Vorgehen gefährde die Pressefreiheit – insbesondere für Publikationen, die innerhalb der gesetzlichen Grenzen über erwachsene Themen berichten. Bisher hat sich die Bundesnetzagentur nicht öffentlich zu der Beschwerde geäußert oder nächste Schritte angekündigt.
Die rechtliche Auseinandersetzung setzt Meta unter Druck, seine Entscheidung zu begründen und die Inhaltsrichtlinien präziser zu erläutern. Kouneli Media kämpft weiterhin für die Wiederherstellung der Seite, während Branchenverbände den Fall wegen seiner möglichen weitreichenden Folgen beobachten. Vorerst bleibt die Facebook-Präsenz des Playboy offline – eine Lösung ist nicht in Sicht.






