Magnus Midtbøs Matterhorn-Besteigung löst Debatte über Social-Media-Risiken im Bergsport aus
Susi DrubMagnus Midtbøs Matterhorn-Besteigung löst Debatte über Social-Media-Risiken im Bergsport aus
Magnus Midtbøs Matterhorn-Besteigung entfacht Debatte über die Gefahren von Social Media im Bergsport
Eine kürzliche Besteigung des Matterhorns durch den YouTuber Magnus Midtbø hat eine Diskussion über die Risiken sozialer Medien im Bergsport ausgelöst. Der norwegische Kletterer, dem es an alpiner Erfahrung mangelte, bereute später seinen leichtsinnigen Aufstieg. Experten warnen nun, dass solche Inhalte unerfahrene Wanderer zu riskantem Verhalten verleiten.
Das YouTube-Video von Midtbøs Matterhorn-Tour wurde bereits über 2,7 Millionen Mal aufgerufen. Trotz fehlender alpiner Ausbildung und ohne Bergführer erreichte er den Gipfel – eine Aktion, die er heute als Fehler bezeichnet. Christoph Pirchmoser vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV) erklärte, Midtbø habe „extremes Glück“ gehabt, keinen Unfall erlitten zu haben.
Anjan Truffer, Leiter der Rettungseinsätze bei Air Zermatt, kritisierte Midtbø dafür, das Video online zu lassen, und unterstellte ihm, finanzielle Interessen über Sicherheitsbedenken zu stellen. Truffer beobachtete zudem einen Wandel im Verhalten junger Bergsteiger: Während diese früher erfahrene Vorbilder mit Respekt vor der Natur folgten, trieben soziale Medien sie heute dazu, für Likes und Aufmerksamkeit immer größere Risiken einzugehen.
Stefan Winter, Leiter Sportentwicklung beim Deutschen Alpenverein (DAV), bezeichnete Berg-Influencer als „Adrenalin-Jäger“. Zwar räumte Truffer ein, dass Social Media durch kostenlose Werbung dem Bergtourismus nutze, betonte aber zugleich die wachsenden Gefahren. Als Reaktion setzen Alpenvereine in den deutschsprachigen Ländern nun auf Plattformen wie Instagram und YouTube, um sichere Klettertechniken zu vermitteln.
Midtbø selbst warnte mittlerweile andere davor, sein Vorgehen zu wiederholen. Dennoch bleibt sein Video weiterhin abrufbar und inspiriert weiterhin zu Nachahmungsversuchen.
Der Vorfall zeigt das Spannungsfeld zwischen dem werblichen Nutzen sozialer Medien und ihrer Rolle bei der Förderung gefährlichen Verhaltens in den Bergen. Alpenvereine setzen daher auf Aufklärung, um dem Einfluss viraler Stunts entgegenzuwirken. Die Debatte unterstreicht die Notwendigkeit eines größeren Risikobewusstseins in hochalpinen Umgebungen.






