03 April 2026, 02:16

Löwenzahn-Kautschuk: Wie eine Wiese die Reifenindustrie revolutionieren könnte

Plakat für die Malden Boston Rubber-Shoe Co. mit einigen Gebäuden und Bäumen im Vordergrund und Text unten.

Löwenzahn-Kautschuk: Wie eine Wiese die Reifenindustrie revolutionieren könnte

Löwenzahn-Kautschuk rückt als nachhaltige Alternative zu herkömmlichem Naturkautschuk in den Fokus. Obwohl bisher weniger als fünf Länder groß angelegte Versuche durchführen, treiben Deutschland und Russland die Forschung voran – doch eine vollständige kommerzielle Produktion wird vor 2026 nicht realisierbar sein. Der Vorstoß für dieses umweltfreundliche Material zeigt bereits Fortschritte: Unternehmen und Regierungen investieren in seine Entwicklung.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert die Erforschung von Löwenzahn-Kautschuk seit 2012. Minister Alois Rainer begutachtete kürzlich die Fortschritte in Anbau und Züchtung und betonte dabei die Bedeutung von Kautschuk für Branchen über die Reifenindustrie hinaus. Im Mittelpunkt steht der Russische Löwenzahn (Taraxacum koksaghyz), der als mögliche heimische Alternative zu importiertem tropischem Kautschuk gilt.

Der Reifenhersteller Continental hat bereits konkrete Schritte unternommen: Das Unternehmen entwickelte Verfahren zur Gewinnung und Verarbeitung von Löwenzahn-Kautschuk und stellte sogar Prototypen für Autoreifen her. Parallel arbeitet das Pflanzenzuchtunternehmen Eskusa daran, aus der wilden Löwenzahnpflanze eine zuverlässige Industriekultur zu züchten.

Aktuell liegen die Erträge bei etwa 150 Kilogramm pro Hektar, doch die Forscher streben 1.000 Kilogramm pro Hektar an, um die Produktion wirtschaftlich rentabel zu machen. Bei diesem Ziel könnte ein einziger Hektar genug Material für 500 Reifen liefern. Deutschland verfügt derzeit über rund 60 Hektar Versuchsanbauflächen für Löwenzahn, während ein Konsortium bis 2026 die Skalierung von Anbau und Züchtung vorantreibt.

Minister Rainer bezeichnete Löwenzahn-Kautschuk als vielversprechenden Rohstoff für die Industrie. Das Ziel ist klar: aus dem Nischenprojekt eine nachhaltige, großindustrielle Lösung zu machen. Das Vorhaben schreitet mit konkreten Vorgaben voran. Sollten die Erträge die Marke von 1.000 Kilogramm pro Hektar erreichen, könnte Löwenzahn-Kautschuk zu einem praktikablen Ersatz für importierten Naturkautschuk werden. Bis dahin läuft die Forschung weiter – mit Deutschland und Russland an der Spitze, um aus dieser alltäglichen Pflanze eine industrielle Ressource zu formieren.

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