20 March 2026, 18:17

Landwirtschaft in der Krise: Forderungen nach Reformen bei Löhnen und Biogas wachsen

Liniengraph, der die Netto-Erntetrends in ausgewählten tropischen Ländern und weltweit von 2004 bis 2020 zeigt, mit begleitendem Erläuterungstext.

Landwirtschaft in der Krise: Forderungen nach Reformen bei Löhnen und Biogas wachsen

Deutschlands Landwirtschaft steht vor wachsenden Herausforderungen – von steigenden Kosten bis hin zu psychischen Belastungen. Auf der jüngsten Agrarministerkonferenz drängten die Länder auf umfassende Reformen, um Landwirtinnen und Landwirte zu entlasten und die Nahrungsmittelproduktion zu stärken. Zu den zentralen Forderungen zählten faire Löhne, schnellere Zulassungen für Pflanzenschutzmittel sowie langfristige Planungssicherheit für Investitionen in die Tierhaltung.

Die Konferenz unterstrich den dringenden Handlungsbedarf in der Arbeits- und Umweltpolitik. Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk forderte eine Befreiung der Landwirtschaft vom gesetzlichen Mindestlohn. Hohe Lohnkosten setzten deutsche Betriebe im europäischen Vergleich ins Hintertreffen, argumentierte er. Der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützte diesen Vorstoß und schlug entweder einen EU-weiten Mindestlohn oder Sonderregelungen für Saisonkräfte vor.

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Ein weiteres zentrales Thema war Biogas. Minister Hauk betonte dessen Bedeutung als erneuerbare, klimaneutrale Energiequelle, die die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen verringern könne. Die Minister forderten die Bundesregierung auf, Biogas in die Kraftwerksstrategie aufzunehmen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit einem "Biomasse-Paket 2.0" praxisnah weiterzuentwickeln.

Auch die Bürokratie bei Düngeverordnungen geriet in die Kritik. Gefordert wurde ein zielgenauerer Ansatz bei der Nitratbelastung, der Verwaltungsaufwand reduziert, ohne den Umweltschutz zu vernachlässigen. Zudem sollten schnellere Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe stärken – besonders in Krisenzeiten.

Die psychische Gesundheit von Landwirtinnen und Landwirten rückte ebenfalls in den Fokus. Das baden-württembergische Projekt "InVerantwortung" bietet zwar Krisenprävention und Beratung, doch bundesweite Studien fehlen. Die Minister sprachen sich für eine umfassende Erhebung aus, um künftige Hilfsprogramme zu fundieren.

Um Investitionen in den Tierschutz zu fördern, schlug die Konferenz vor, neu gebaute oder modernisierte tiergerechte Ställe rechtlich abzusichern. Eine 20-jährige Garantie würde den Betrieben die nötige Planungssicherheit geben.

Während die Länder klare Forderungen formuliert haben, steht die Bundesregierung noch in den Startlöchern. Die CDU hat zwar experimentelle Regelungen für flexible Mindestlöhne bis 2026 ins Spiel gebracht, doch konkrete Gesetze fehlen. Nun warten die Landwirtinnen und Landwirte auf Taten – bei Löhnen, Biogas-Förderung und langfristigen Investitionssicherheiten, um den Sektor zu stabilisieren.

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