Kühltürme von Gundremmingen fallen – ein Symbol des Atomausstiegs verschwindet
Klaus-Dieter PohlKühltürme von Gundremmingen fallen – ein Symbol des Atomausstiegs verschwindet
Zwei markante Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen sind durch eine kontrollierte Sprengung zu Fall gebracht worden. Die Detonation beseitigte die 160 Meter hohen Bauwerke und markiert einen wichtigen Meilenstein im Rückbau des Standorts. Der Betrieb der Anlage endete Ende 2021 vollständig – als Teil des deutschen Atomausstiegs.
Ursprünglich beherbergte das Kraftwerk drei Reaktoren: einen Block mit 250 Megawatt Leistung sowie zwei größere, baugleiche Reaktoren mit einer kombinierten Kapazität von 1.344 Megawatt. Der zweite Reaktor wurde Ende 2017 abgeschaltet, der dritte folgte 2021. Seither arbeiten Teams daran, die Anlage zurückzubauen; bisher wurden bereits über 4.700 Tonnen Bausubstanz abgetragen.
Die Sprengung der Kühltürme stellt die sichtbarste Phase der Stilllegungsarbeiten dar. Rund 56.000 Tonnen Stahlbeton aus den Bauwerken sollen nun recycelt werden. Die Behörden gehen davon aus, dass der vollständige Rückbau bis in die 2030er Jahre andauern wird.
Mit dem Abriss der Türme verringert sich die physische Präsenz des Kraftwerks zusehends. Durch Recyclingmaßnahmen werden Tausende Tonnen Beton und Stahl wiederverwertet. Die endgültige Schließung des Standorts bleibt im Rahmen des deutschen Atomausstiegsplans für das nächste Jahrzehnt vorgesehen.






