Kaufbeurens Traum von einer echten Universitätsstadt bleibt unvollendet
Ilja RustKaufbeurens Traum von einer echten Universitätsstadt bleibt unvollendet
Kaufbeuren trägt seit langem den Beinamen "Universitätsstadt" – und das vor allem wegen seiner Rolle in der Ausbildung künftiger Steuerbeamter. Doch trotz dieses Rufs fehlt es der Stadt an einem echten Campus mit Hörsälen, Studentenwohnheimen oder einer Mensa. Diese Lücke lässt eine wahre universitäre Atmosphäre seit Jahren vermissen.
Die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen, Fachbereich Steuern, eröffnete ihren Standort in Kaufbeuren ursprünglich aus Platznot an anderen Standorten. Statt eines zentralen Campus sind ihre Einrichtungen jedoch über die ganze Stadt verteilt – in angemieteten Gebäuden, die mehrere hundert Studierende beherbergen.
Pläne für eine eigene "Studentenstadt" in Kaufbeuren gibt es bereits seit Jahrzehnten. Vor zwei Jahren bot das Bauunternehmen Dobler dem Freistaat sogar ein zwei Hektar großes Grundstück für das Projekt an. Seither ist es jedoch still um die Pläne geworden.
Unterdessen hat die Hochschule vorläufig einen Teil der Studierenden nach Herrsching verlegt. Diese Maßnahme unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten, in Kaufbeuren ausreichend Räumlichkeiten und Ressourcen bereitzustellen.
Ohne einen zusammenhängenden Campus bleibt Kaufbeuren eine Ausbildungsstätte nur dem Namen nach. Die verstreuten Einrichtungen und das Fehlen von Wohnheimen verhindern, dass sich hier ein echtes akademisches Umfeld entwickelt. Ob die geplante Studentenstadt jemals Realität wird, steht weiterhin in den Sternen.






