18 April 2026, 02:21

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenrechts-Wahnsinn

Plakat, das eine Humoristen-Salon-Veranstaltung in Paris, Frankreich, ankündigt und Text zu den Angeboten enthält.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest gegen Markenrechts-Wahnsinn

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Modeunternehmen. Der Schritt folgt auf Abmahnungen des Luxuslabels an kleine Unternehmen und gemeinnützige Initiativen, die das Wort Boss nutzen, darunter eine walisische Brauerei und eine Empowerment-Gruppe für schwarze Frauen.

Der Streit begann, als Hugo Boss, ein 1924 gegründetes Unternehmen, die Boss Brewing in Swansea ins Visier nahm. Die Brauerei gab rund 11.500 Euro für Anwaltskosten und ein Rebranding aus, nachdem sie eine rechtliche Warnung erhalten hatte. Ähnlich erging es der Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss, die mit einer Klagedrohung konfrontiert wurde, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Lycett kündigte die Namensänderung in seiner Verbraucherrechte-Sendung Got Your Back an. Zudem plant er, unter dem Namen Hugo Boss ein neues Produkt auf den Markt zu bringen – eine spöttische Anspielung auf die Schutzhaltungen des Konzerns. Der Komiker betonte dabei, dass er – anders als der historische Hugo Boss – keine Nazi-SS-Uniformen produziert habe. Das Unternehmen hatte sich 2011 öffentlich für diese Vergangenheit entschuldigt.

Mit einem Jahresumsatz von über 2,6 Milliarden Euro betreibt der Modegigant 439 Filialen und beschäftigt 14.000 Mitarbeiter in 127 Ländern. Doch seine wiederholten juristischen Schritte gegen kleinere Akteure haben nun breitere Kritik ausgelöst.

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Die Namensänderung und die geplante Produktveröffentlichung sind Teil von Lycetts Kampagne gegen das, was er als "Unternehmensschikane" bezeichnet. Zu den Betroffenen der Markenrechtspolitik von Hugo Boss zählen unter anderem Boss Brewing und DarkGirlBoss. Bisher hat sich das Unternehmen nicht öffentlich zu dem Protest des Komikers geäußert.

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