16 March 2026, 00:24

Integrationskurse in Deutschland: Staat streicht Förderung für Tausende freiwillige Teilnehmer:innen

Eine alte Postkarte mit einer Briefmarke, die "Lichtenwald, Deutschland - Einschreiben nach Deutschland" lautet und handgeschriebener Text, mit zwei zusätzlichen Briefmarken in der oberen rechten Ecke.

Integrationskurse in Deutschland: Staat streicht Förderung für Tausende freiwillige Teilnehmer:innen

Deutschlands Integrationskurse stehen vor weitreichenden Änderungen der Förderregeln. Ab sofort erhalten Ukrainer:innen, Asylsuchende und EU-Bürger:innen keine staatliche Unterstützung mehr für die freiwillige Teilnahme. Ein Kursbesuch bleibt zwar möglich – doch nur noch gegen volle Eigenzahlung.

Die Neuregelung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Integrationskursen im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreichte: 2023 nahmen über 363.000 Menschen an den Angeboten teil.

Ein Standard-Integrationskurs umfasst 700 Unterrichtseinheiten und soll Neuankömmlingen helfen, Deutsch zu lernen und sich im Alltag in Deutschland zurechtzufinden. Bisher übernimmt der Bund bis zu 3.500 Euro pro Teilnehmer:in. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zahlt dabei 4,58 Euro pro Unterrichtseinheit und kommt zusätzlich für Einstufungstests und Abschlussprüfungen auf.

Schon jetzt beteiligen sich fast ein Drittel der Teilnehmenden an den Kosten und zahlen – sofern sie es sich leisten können – 2,29 Euro pro Einheit. Künftig müssen alle, die keine Förderung mehr erhalten, den vollen Betrag von 4,58 Euro selbst tragen. Zudem hat die Regierung eine Mindestgebühr festgelegt: Selbstzahler:innen dürfen nicht weniger verlangen als der vom BAMF festgesetzte Satz für geförderte Kurse.

Die Änderungen treffen tausende freiwillige Teilnehmende, die bisher auf staatliche Zuschüsse angewiesen waren. Wer weiterhin am Kurs teilnehmen möchte, muss die Gebühren nun vollständig selbst aufbringen. Die Reform folgt auf einen historischen Nachfragehöhepunkt: 2023 verzeichneten Deutschlands Integrationskurse die höchsten Teilnehmerzahlen seit Beginn der Statistik.

AKTUALISIERUNG

BAMF stoppt neue Integrationskurs-Anmeldungen im Jahr 2026

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat einen Zulassungsstopp für neue Integrationskurs-Teilnehmer im Jahr 2026 verhängt, da es aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht mehr genügend Mittel hat. Dies folgt auf eine Budgetzuteilung von 1 Milliarde Euro für das Jahr, die auf dem Niveau von 2025 liegt, nachdem die Restockung in der zweiten Jahreshälfte 2025 die Kürzungen des Vorjahres ausgeglichen hat. Wichtige Details:

  • Die Entscheidung basiert auf 'finanziellen Herausforderungen', einschließlich Überbudgetausgaben in den Vorjahren.
  • Die Kursverfügbarkeit wird 'zielgerichteter' gestaltet, um die langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
  • Asylsuchende und Ukrainer bleiben von der staatlich finanzierten freiwilligen Teilnahme ausgeschlossen.