Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politiker scharf
Pierre BaumHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politiker scharf
Der Sänger Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung für sein langjähriges gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-Jährige nutzte seine Dankesrede, um Politiker scharf zu kritisieren, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten versagt hätten, mit der Bevölkerung wirksam zu kommunizieren.
Während der Verleihung warf Grönemeyer der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem amtierenden Kanzler Olaf Scholz vor, zu zentralen Themen geschwiegen zu haben. Er verglich ihre mangelnde Dialogbereitschaft mit der Teamarbeit von Fußballspielern auf dem Platz – ein Bild, das bei den Zuhörern nachhallte.
Der Künstler lehnte zudem die Vorstellung ab, dass Bürger auf väterliche oder mütterliche Führungsfiguren angewiesen seien. Stattdessen plädierte er für mehr bürgerschaftliches Engagement und gegenseitige Solidarität in der Gesellschaft. Seine Rede war von Optimismus geprägt: Er rief dazu auf, die Zukunft ohne Angst zu gestalten.
Die Deutsche Nationalstiftung verleiht die Auszeichnung jährlich an Persönlichkeiten, die sich um eine lebendige Demokratie verdient machen. Das diesjährige Preisgeld beträgt insgesamt 50.000 Euro. Zudem wird ein Förderpreis an Projekte vergeben, die den Zusammenhalt unter jungen Menschen stärken.
Grönemeyers Worte unterstrichen die Dringlichkeit eines offenen Dialogs und gemeinsamer Verantwortung. Preisgeld und Auszeichnung sollen Initiativen unterstützen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigen. Die Ehrung steht für sein langjähriges Bekenntnis zu demokratischen Werten und öffentlicher Teilhabe.






