Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Klaus-Dieter PohlGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben zwei neue Landesvorsitzende gewählt und damit einen historischen Wechsel an der Parteispitze vollzogen. Christin Sauer, Stadträtin in Mainz und ehemalige Sprecherin der Grünen Jugend Mainz, setzte sich mit einer deutlichen Mehrheit durch. An ihrer Seite wurde Carolin Cloos aus Worms gewählt – erstmals besteht der Landesvorstand der Partei damit ausschließlich aus Frauen.
Christin Sauer gewann die traditionell als „männlich“ geltende Position bereits im ersten Wahlgang mit einer absoluten Mehrheit von 63,37 Prozent. Carolin Cloos folgte mit 72,28 Prozent der Stimmen und wurde damit zur zweiten Co-Vorsitzenden bestimmt. Beide werden die Grünen nun in der Opposition führen, nachdem die Partei nach 15 Jahren in der Landesregierung in die Opposition gewechselt ist.
Bei der jüngsten Landtagswahl erreichten die Grünen nur noch 7,9 Prozent und verpassten damit den Wiedereinzug in die Koalition. Sauer hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2031 will sie das Vertrauen in die grüne Politik zurückgewinnen und die Partei wieder in die Regierung führen. Sie betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Bürgerbeteiligung und versprach, auf die Sorgen der Wählerinnen und Wähler einzugehen.
In der Landtagsfraktion übernimmt Katrin Eder die Führung der Grünen als neue Fraktionsvorsitzende. Die Partei kündigte an, die kommende große Koalition mit scharfen politischen Debatten herauszufordern, um das zu verhindern, was sie als „Rückschritt“ in Rheinland-Pfalz bezeichnet.
Die neue Führung steht vor einer klaren Aufgabe: Einfluss zurückgewinnen nach der schweren Wahlniederlage. Mit Sauer und Cloos an der Spitze wollen die Grünen in der Opposition präsenter werden. Ihre Strategie umfasst direkte Bürgeransprache und eine Konzentration auf politische Auseinandersetzungen in den kommenden Jahren.






