Globalisierung schwindet: Warum regionale Blöcke die Weltwirtschaft prägen
Pierre BaumGlobalisierung schwindet: Warum regionale Blöcke die Weltwirtschaft prägen
Laut dem Deloitte-Geowirtschaftlichen-Dynamik-Index geht die Globalisierung seit 2020 zurück. Der Bericht verweist auf eine Verschiebung hin zu regionalen Blöcken, die durch geopolitische Konflikte und schwächere finanzielle Verflechtungen vorangetrieben wird.
Der Index analysierte 59 Millionen Datenpunkte aus 35 Indikatoren, um die globalen Beziehungen zwischen Ländern und Regionen zu bewerten. Dabei zeigte sich, dass grenzüberschreitende Integration zunehmend innerhalb klar abgegrenzter Blöcke stattfindet – und nicht mehr weltweit.
Vier große Gruppierungen prägen mittlerweile die geopolitischen und wirtschaftlichen Beziehungen: Europa, Nordamerika/Pazifik, Russland/Naher Osten sowie die Schwellenmärkte. Der Index identifiziert zudem zwei übergeordnete Allianzen: die BRICS-Staaten und den westlichen Block.
Europa hat seine wirtschaftlichen und politischen Bindungen zu westlichen Partnern gestärkt. Gleichzeitig hat es sich von Schwellenmärkten und dem Russland-Nahost-Block distanziert. Mit einigen BRICS-Ländern wie Indien, Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden die Beziehungen jedoch aufrechterhalten oder vertieft – etwa wegen starker Wachstumsperspektiven oder des Zugangs zu wichtigen Rohstoffen.
Asien bleibt ein zentraler Fokus für Europas künftiges Handelswachstum. Sechs der zehn am schnellsten wachsenden Exportmärkte Europas liegen in Asien. Bis 2035, so die Prognose des Index, werden sechs der zehn wichtigsten Absatzmärkte Europas weiterhin in Asien liegen – mit Japan an der Spitze, das ein jährliches Wachstum von 4,1 % erwarten lässt.
Der Deloitte-Geowirtschaftliche-Dynamik-Index bestätigt einen vierjährigen Rückgang der globalen Verflechtung. Wirtschaftliche und politische Beziehungen konzentrieren sich zunehmend auf regionale Blöcke. Asien wird auch im kommenden Jahrzehnt eine zentrale Rolle für das Exportwachstum Europas spielen.
