Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Benutzeroberfläche nach Verbraucherklage
Pierre BaumVerbraucherzentrale: Gericht ordnet Änderungen bei TikTok an - Gericht zwingt TikTok zu transparenterer Benutzeroberfläche nach Verbraucherklage
Ein bayerisches Gericht hat TikTok verpflichtet, seine Benutzeroberfläche zu ändern – dies geht auf eine Klage von Verbraucherschützern zurück. Die Entscheidung betrifft die algorithmusgesteuerten Empfehlungen der App sowie die Meldung illegaler Inhalte. Beide Funktionen seien für Nutzer zu schwer auffindbar oder deaktivierbar, hieß es in der Begründung.
Das Oberlandesgericht Bamberg gab Verbraucherschutzorganisationen recht, die kritisierten, dass TikTok in den Standardeinstellungen zu stark auf persönliche Daten zurückgreift. Nutzer hätten derzeit Schwierigkeiten, personalisierte Empfehlungen abzuschalten, da die entsprechende Option in Untermenüs versteckt sei. Das Gericht forderte, dass diese Einstellung leicht auffindbar und einfach zu deaktivieren sein muss.
Ein weiteres Problem war das Meldesystem für illegale Inhalte. Der richtige Weg zur Meldung war hinter einem Dropdown-Menü verborgen, was es Nutzern erschwerte, aktiv zu werden. Das Gericht entschied, dass Meldeoptionen deutlich sichtbar und unkompliziert zugänglich sein müssen.
Nach dem Digital Services Act (DSA) müssen zentrale Funktionen in den NutzerEinstellungen einfach zu finden sein. TikTok hat sich bisher nicht zum Urteil geäußert, das noch anfechtbar ist. Bisher wurden keine Änderungen an der Benutzeroberfläche bekannt gegeben.
Die Entscheidung zwingt TikTok, seine Empfehlungseinstellungen und MeldeTools neu zu gestalten. Nutzer sollen künftig klarere Optionen erhalten, um ihren Feed zu steuern und schädliche Inhalte zu melden. Das Urteil steht im Einklang mit weiteren EU-Vorschriften zu digitaler Transparenz und Nutzerrechten.






