Geraubter Silbersalzstreuer kehrt nach 84 Jahren zu Familie Hirsch zurück
Ilja RustGeraubter Silbersalzstreuer kehrt nach 84 Jahren zu Familie Hirsch zurück
Ein von den Nazis gestohlener Silbersalzstreuer wurde an die Nachkommen der ursprünglichen Besitzer zurückgegeben. Das einst Adolf Hirsch gehörende Stück wurde vergangene Woche in einer Zeremonie an seine Verwandte Miriam Landor übergeben. Die Rückgabe markiert das 55. Objekt, das vom Bayerischen Nationalmuseum seit Beginn seiner Bemühungen im Jahr 2019 restitutiert wurde.
1939 wurden jüdische Familien in ganz Deutschland gezwungen, unter den Befehlen der Nazis wertvolle Metallgegenstände abzugeben. Darunter befand sich auch ein Silbersalzstreuer, der Adolf Hirsch entwendet wurde, der 1943 im Ghetto Theresienstadt ums Leben kam. Das Bayerische Nationalmuseum erwarb zwischen 1939 und 1940 etwa 350 solcher Objekte, darunter auch Hirschs Salzstreuer.
Vergangene Woche erhielt Miriam Landor, eine Nachfahrin der Familie Hirsch, den zurückgegebenen Gegenstand. Sie bezeichnete den Streuer als ein "perfektes Symbol" jüdischer Kultur. Kurz darauf übergab Landor das Stück an Dr. Doris Danzer, damit es in die kommende Ausstellung Landshut im Nationalsozialismus aufgenommen wird, die am 27. Januar eröffnet wird.
Bürgermeisterstellvertreter Dr. Thomas Haslinger nahm an der Zeremonie teil und nannte Landors Besuch eine "große Ehre" für die Stadt. Die Restitution ist Teil der laufenden Arbeit des Museums, geraubte Kunstgegenstände aufzuspüren und an die rechtmäßigen Erben zurückzugeben.
Der Silbersalzstreuer wird nun in der Ausstellung zu sehen sein und als greifbare Verbindung zur Geschichte der Familie Hirsch dienen. Mit seiner Rückgabe erhöht sich die Gesamtzahl der vom Museum restitutierten Objekte auf 55. Die Ausstellung soll die Auswirkungen der nationalsozialistischen Politik auf die lokalen jüdischen Gemeinden verdeutlichen.






