09 May 2026, 14:20

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um russische Symbole am Befreiungstag

Schwarzes und weißes Plakat zum 25. Jahrestag der Sowjetunion, das eine Gruppe von Menschen mit einer Fahne zeigt, umgeben von Text und dekorativen Blättern.

Gedenkfeier in Halle eskaliert: Streit um russische Symbole am Befreiungstag

Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) eskaliert in Streit um russische Symbole

Die diesjährige Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halles (Saale) ist diese Woche in turbulentem Fahrwasser geraten. Bei der Feier auf dem Südfriedhof der Stadt kam es zu Auseinandersetzungen, nachdem Teilnehmer russische Symbole zur Schau gestellt hatten. Die Veranstalter und offizielle Vertreter verurteilten die Gesten als provokativ – besonders vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine.

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Das Denkmal auf dem Südfriedhof bleibt die größte Gedenkstätte der Region für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten. Hier ruhen 977 sowjetische Bürger, obwohl Halle selbst 1945 von der US-amerikanischen 104. Infanterie-Division befreit wurde. Am Sonntag legten die Teilnehmer zunächst Blumen in einem nahegelegenen Hain nieder, der an deutsche Widerstandskämpfer erinnert.

Mitglieder der Hallischen Bewegung erschienen mit russischen Flaggen, Plakaten und Anstecknadeln. Ihre Anwesenheit löste bei anderen Anwesenden Empörung aus, die in den Symbolen eine Unterstützung für Russlands aktuellen Krieg sahen. Eric Stehr von der Linken warnte später davor, sich mit einem Regime gemein zu machen, dem Terror und Zerstörung vorgeworfen werden.

Lukas Wanke vom VVN-BdA richtete sich in einer Rede an die Versammelten und betonte, dass die historische Rolle der Roten Armee heutige Ungerechtigkeiten nicht rechtfertige. Gleichzeitig erklärte er, der Kampf gegen den Faschismus sei noch nicht beendet. Unterdessen legte die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Judith Marquardt im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz nieder.

Die Veranstaltung endete mit tiefen Gräben darüber, wie man Geschichte erinnern kann, ohne aktuelle Konflikte zu verharmlosen. Die Organisatoren bekräftigten, wie wichtig es sei, den antifaschistischen Widerstand zu ehren – ohne dabei heutige Aggression zu billigen. Die Spannungen bei der Feier spiegeln die größeren gesellschaftlichen Debatten über Erinnerungskultur, Krieg und politische Symbolik wider.

Quelle