Flüchtlingsunterkunft in München-Lochhausen nach Protesten gestoppt
Klaus-Dieter PohlFlüchtlingsunterkunft in München-Lochhausen nach Protesten gestoppt
Pläne für eine Unterkunft mit 250 Plätzen für Geflüchtete in der Lochhausener Straße sind vom Bezirksausschuss gestoppt worden. Die Entscheidung folgt massivem Widerstand aus der Nachbarschaft und von politischen Gruppen. Eine Petition mit tausenden Unterschriften spielte dabei eine entscheidende Rolle.
Kirsten und Johann Oberhauser überreichten Stadttrat Tobias Ruff (ÖDP) eine Petition mit 4.500 Unterschriften. In dem Schreiben forderten sie den Stadtrat auf, das Projekt zu stoppen und alternative Standorte zu prüfen. Unterdessen bestanden die Grünen in der Bezirksversammlung darauf, dass mögliche Gemeinschaftsräume innerhalb der Unterkunft strikt getrennt bleiben müssten – ohne freien Zugang für alle.
In der abschließenden Stellungnahme des Ausschusses wurden zwei zentrale Bedenken hervorgehoben: die fehlende lokale Infrastruktur sowie die Lage des Grundstücks im geschützten Münchner Grünzug. Sebastian Kriesel (CSU) hinterfragte, ob soziale Einrichtungen auf dem Gelände rechtlich überhaupt zulässig seien, während Christian Stockmann (CSU) bezweifelte, dass die von der Stadt versprochenen Sonderregelungen jemals die zugesagten sozialen Dienstleistungen bringen würden. Robert Brenner (SPD) warnte, dass die Änderungen des Ausschusses fälschlicherweise als stillschweigende Billigung des Gesamtprojekts interpretiert werden könnten.
Letztlich stellte sich der Ausschuss hinter die Petenten und erklärte die soziale Nutzung des Geländes für unzulässig. Mit dieser Entscheidung wurden die Pläne für die Unterkunft offiziell abgelehnt.
Die Ablehnung bedeutet, dass die geplante Einrichtung mit 250 Plätzen in der Lochhausener Straße nicht realisiert wird. Die Entscheidung des Gremiums steht im Einklang mit dem lokalen Widerstand und wirft Fragen zur künftigen Unterbringung von Geflüchteten im Bezirk auf. Noch ist unklar, wie es weitergeht oder welche Alternativstandorte in Betracht kommen.






