Experten fordern mehr Geld für Entwicklungshilfe – sonst droht Deutschlands Einfluss zu schwinden
Pierre BaumUngewöhnliche Allianz fordert mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit - Experten fordern mehr Geld für Entwicklungshilfe – sonst droht Deutschlands Einfluss zu schwinden
Ein neues Positionspapier drängt Deutschland dazu, seine Investitionen in die Entwicklungshilfe deutlich zu erhöhen. Unterstützt wird das Dokument von der SPD-Bundesministerin Reem Alabali-Radovan, das vor weiteren Kürzungen im Haushalt warnt. Darin wird argumentiert, dass Entwicklung, Diplomatie und Verteidigung zusammenwirken müssen, um die globale Sicherheit zu stärken.
Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschlands Ausgaben für Entwicklungshilfe hinter denen mehrerer europäischer Nachbarländer zurückbleiben. Angesichts weiterer geplanter Kürzungen ab 2026 wächst der Druck auf die Regierung, diese Entwicklung umzukehren.
Das Positionspapier, das von der CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem früheren Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und dem Ökonomen Moritz Schularick mitverfasst wurde, betont Deutschlands "weiche Macht" als zentralen strategischen Vorteil. Es warnt davor, dass mangelnde Investitionen in die Entwicklungshilfe die globale Einflussnahme des Landes schwächen könnten.
In den vergangenen fünf Jahren lag Deutschlands offizielle Entwicklungshilfe (ODA) zwischen 0,6 und 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit rangiert das Land hinter Schweden (1,0–1,2 %), Norwegen (1,0–1,1 %) und Dänemark (0,9–1,0 %), aber noch vor den USA (0,2–0,3 %), Frankreich (0,5–0,6 %) und Großbritannien (0,5–0,7 %). Die Autoren des Papiers kritisieren die rückläufigen Ausgaben Deutschlands und argumentieren, dass Sicherheit von stabilen Institutionen, wirtschaftlichem Wachstum und internationalen Partnerschaften abhängt.
Die Forderungen nach einer Aufstockung der Mittel finden zunehmend über Parteigrenzen hinweg Unterstützung. CDU-Chef Friedrich Merz hat sich für höhere Investitionen ausgesprochen, während der ehemalige Minister Gerd Müller die Folgen der Haushaltskürzungen kritisch sieht. Das Papier unterstreicht, dass Entwicklungspolitik mit Diplomatie und Verteidigung verknüpft werden muss, um langfristige Stabilität zu schaffen.
Trotz der Warnungen plant die Regierung jedoch, den Entwicklungsetat 2026 weiter zu kürzen. Dies hat Forderungen von Unionspolitikern ausgelöst, die Mittel vor Inkrafttreten der Kürzungen Priorität einzuräumen.
Das Positionspapier legt eine klare Begründung dafür vor, warum Deutschlands sinkende Ausgaben für Entwicklungshilfe umgekehrt werden müssen. Es argumentiert, dass stärkere Investitionen in die globale Entwicklung die Sicherheit erhöhen und die strategische Einflussnahme des Landes bewahren werden.
Mit wachsender überparteilicher Unterstützung steht die Regierung nun unter Druck, noch vor den geplanten Haushaltskürzungen 2026 zu handeln.
Parliament Boosts 2026 Development Budget Amid Cuts Debate
The Bundestag has approved a revised 2026 development budget of 10.06 billion euros, surpassing the government's draft by 111 million euros. Key increases include:
- 14.8 million euros more for UN contributions.
- 13.2 million euros added to economic partnerships with German businesses.
- 11.99 million euros higher funding for the World Food Programme. This marks a partial reversal of planned cuts, driven by cross-party pressure to safeguard Germany's global influence.






