05 April 2026, 00:37

EU plant technologische Unabhängigkeit – doch die Umsetzung stockt noch

Ein Plakat mit 'National Cyber Range' in fetter weißer Schrift auf einem blauen Hintergrund, das eine Weltkugel mit verbundenen Computern zeigt.

EU plant technologische Unabhängigkeit – doch die Umsetzung stockt noch

Die Europäische Union treibt ihre Pläne voran, die Abhängigkeit von ausländischen Technologielieferanten – insbesondere aus den USA – zu verringern. Ein im Frühjahr 2024 vorgestelltes "Technologische Souveränität"-Paket soll einheimische Alternativen in kritischen Bereichen stärken. Doch während die Strategie Gestalt annimmt, betonen Beamte, es gehe nicht darum, vertrauenswürdige Partner auszuschließen, sondern eine zu starke Abhängigkeit von im Ausland festgelegten Regeln zu vermeiden.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission konzentriert sich auf die Reform der Industriepolitik, der Beschaffungsvorschriften und der Cybersicherheitsstandards. Ziel ist es, riskante Abhängigkeiten zu verringern, ohne dabei die Sicherheit zu gefährden. Kritiker warnen jedoch, dass die Bevorzugung lokaler Technologie allein aus Gründen der Souveränität zu schwächeren Cyberabwehrmechanismen führen könnte.

US-Beamte haben darauf reagiert, indem sie Europa auffordern, sich stärker auf China als auf amerikanische Anbieter zu konzentrieren. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, argumentierte, die europäischen Bedenken sollten sich auf die Überwachungsrisiken durch China richten und nicht auf US-Technologie. Er behauptete, amerikanische Produkte böten einen besseren Datenschutz als solche aus China.

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Unterdessen testet das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) souveräne Cloud-Dienste großer Anbieter wie AWS und Google. Die Ergebnisse sollen die nationale Cloud-Strategie des Landes prägen. Französische und deutsche Beamte betonten, Souveränität bedeute nicht Isolation, sondern lediglich mehr Kontrolle über kritische Infrastrukturen.

Sowohl Europa als auch die USA sind sich in einem Punkt einig: Chinesische Technologie stellt das größte Risiko für Lieferketten dar. Auf beiden Seiten des Atlantiks werden bereits Schritte unternommen, um ihre Rolle in sensiblen Bereichen einzuschränken.

Trotz der Ankündigung der EU im Frühjahr gibt es bisher keine dokumentierten konkreten Fortschritte bei der Umsetzung der Vorschläge in öffentlich zugänglichen Quellen.

Mit ihrem Vorstoß zur technologischen Souveränität versucht die EU, Unabhängigkeit und Sicherheit in Einklang zu bringen. Zwar betonen Beamte die Notwendigkeit vertrauensvoller Partnerschaften, doch der Fokus bleibt auf der Verringerung von Schwachstellen in Schlüsselbereichen. Bisher ist jedoch unklar, welche praktischen Auswirkungen die Strategie haben wird – seit ihrer Vorstellung Anfang dieses Jahres sind keine sichtbaren Schritte erfolgt.

AKTUALISIERUNG

EU's Tech Sovereignty Push Gains Momentum with Upcoming AI Conferences

The EU's drive for digital independence is set to accelerate with two major AI events this summer. RAISE Summit (8–9 July 2026) in Paris will focus on sovereign AI and digital sovereignty, aligning with the bloc's strategic goals. GITEX AI EUROPE (30 June–1 July 2026) in Berlin will highlight cybersecurity and quantum tech in its Cyber Valley zone, directly supporting EU reforms on cloud security and resilience.