EPA und GRUR stärken Zusammenarbeit für Patentqualität und technologische Zukunft
Pierre BaumEPA und GRUR stärken Zusammenarbeit für Patentqualität und technologische Zukunft
Das Europäische Patentamt (EPA) empfing am 2. März eine Delegation der Deutschen Vereinigung für Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht (GRUR). Das Treffen fand im Münchner Hauptsitz des EPA statt und wurde von Christoph Ernst, Vizepräsident für Recht und Internationale Angelegenheiten, geleitet. Beide Organisationen diskutierten zentrale Themen, darunter Patentqualität und künftige technologische Trends.
Der Besuch war Teil der laufenden Gespräche des EPA mit nationalen und internationalen Nutzergruppen im Jahr 2026. Die GRUR, die derzeit rund 5.500 Mitglieder weltweit zählt, arbeitet eng mit Institutionen wie dem EPA, dem Europäischen Patentinstitut (epi) und der Internationalen Vereinigung der Gewerblichen Rechtsschutz-Sachverständigen (FICPI) zusammen. Die neue Präsidentin der GRUR, Dr. Anke Nordemann-Schiffel, vertrat den Verband während der Gespräche.
Das EPA stellte Aktualisierungen aus seinem Qualitätsaktionsplan 2026 vor, wobei gezielte technische Schulungen, KI-gestützte Werkzeuge und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung hoher Standards in Patentverfahren im Mittelpunkt standen. Die GRUR lobte die Arbeit des EPA und hob die Professionalität und Zuverlässigkeit des Patenterteilungsverfahrens hervor.
Erörtert wurden zudem das Einheitspatent (EP) und das Einheitliche Patentgericht (EPG), wobei beide Seiten deren Bedeutung für den EU-Binnenmarkt und die technologische Unabhängigkeit Europas betonten. Darüber hinaus tauschten sich das EPA und die GRUR über das Patent- und Technologieobservatorium aus, insbesondere zur Initiative "Zukunftsszenarien 2025–2045". Die GRUR beteiligt sich an der Konsultation zu diesem Zukunftsprojekt, dessen Ergebnisse bis Juni 2027 erwartet werden.
Beide Seiten bekräftigten ihr Engagement für eine weitere Zusammenarbeit – sowohl kurz- als auch langfristig.
Das Treffen festigte die Beziehungen zwischen dem EPA und der GRUR mit Fokus auf Patentqualität, technologische Weichenstellung und die Zukunft des europäischen geistigen Eigentums. Die Mitwirkung der GRUR an den strategischen Initiativen des EPA wird fortgesetzt, wobei im kommenden Jahr mit weiteren Entwicklungen zu rechnen ist.