31 March 2026, 20:17

Energiewende scheitert ohne 53 Gigawatt Wasserstoff-Kraftwerke – Studie warnt vor Lücken

Liniengraph, der die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiewende scheitert ohne 53 Gigawatt Wasserstoff-Kraftwerke – Studie warnt vor Lücken

Eine neue Studie legt nahe, dass die deutsche Energiewende deutlich mehr wasserstofftaugliche Gaskraftwerke benötigen wird, als derzeit geplant. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) argumentieren, dass diese Anlagen entscheidend sind, um Emissionen zu senken, ohne dabei Versorgungsengpässe oder höhere Kosten zu riskieren. Die Ergebnisse zeigen eine Lücke zwischen den Empfehlungen der Studie und der bisherigen Strategie der Bundesregierung.

Laut dem FAU-Bericht sind mindestens 53 Gigawatt (GW) an wasserstofffähiger Gaskapazität notwendig, um das deutsche Energiesystem zu dekabonisieren. Diese Zahl übersteigt das aktuelle Regierungsziel von nur 12 GW bei Weitem – eine Kapazität, die 2026 ausgeschrieben und bis 2031 in Betrieb genommen werden soll. Die Kraftwerke würden zunächst mit Erdgas betrieben, könnten später aber vollständig auf Wasserstoff umstellen. Dadurch ließen sich Flexibilität gewinnen und gleichzeitig der Bedarf an neuem Batteriespeicher und dem Ausbau erneuerbarer Energien verringern.

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Den Autoren zufolge würde ein hoher CO₂-Preis den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen. Dies würde Investitionen in wasserstofffähige Kraftwerke fördern und so sowohl die langfristigen Emissionen als auch die Gesamtkosten des Systems senken. Die Studie prognostiziert, dass die Transformation des Energiesystems bis 2050 mindestens 324 Milliarden Euro kosten wird.

Ohne ausreichend flexible Kapazitäten warnt der Bericht vor steigenden Energiepreisen oder Risiken für die Versorgungssicherheit. Die Kraftwerke könnten Lücken schließen, wenn Wind- und Solarstrom schwächeln, und so während der Transition für Stabilität sorgen.

Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit eines massiven Ausbaus wasserstofftauglicher Infrastruktur. Um das 53-GW-Ziel zu erreichen, wären erhebliche politische Anpassungen und Investitionen erforderlich. Ein Nichthandeln könnte Deutschland in den kommenden Jahrzehnten mit höheren Kosten oder unzuverlässigen Energieversorgungen konfrontieren.

Quelle