Ehrenmedaille für AfD-Mitglied Genniges löst politische Debatte aus
Michael Genniges ist mit der Silbernen Ehrenmedaille für sein kulturelles und soziales Engagement in Oberfranken ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt sein Wirken für den Dialog, den Kampf gegen Antisemitismus sowie die Bereicherung der literarischen Szene der Region. Doch nun sorgen seine politischen Verbindungen für Kontroversen.
Genniges erhielt die Auszeichnung insbesondere für sein Engagement gegen Antisemitismus als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Bamberg. Zudem gründete er in der Stadt ein literarisches Zentrum und lud Autorinnen und Autoren nach Oberfranken ein, was die lokale Kulturlandschaft deutlich aufwertete.
Das Bündnis gegen Rechtsextremismus fordert jedoch die Aberkennung der Auszeichnung. Genniges ist Mitglied der rechtspopulistischen AfD und war bis 2026 Fraktionsvorsitzender im Bamberger Kreistag. Der CSU-Politiker Henry Schramm, der ihm die Medaille überreicht hatte, zeigte inzwischen Bedauern und überprüft seine Entscheidung erneut.
Im Juli wird der Kreistag über eine mögliche Rücknahme der Ehrung abstimmen. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Abwägung zwischen Genniges’ kulturellen und sozialen Verdiensten und seiner politischen Zugehörigkeit. Die anstehende Abstimmung wird über das Schicksal der Auszeichnung entscheiden. Schramms Neubewertung deutet auf eine Kehrtwende in der ursprünglichen Unterstützung hin.






