Digitaler Grenzkontroll-Check: EU führt biometrisches Einreise-/Ausreisesystem ein
Klaus-Dieter PohlDigitaler Grenzkontroll-Check: EU führt biometrisches Einreise-/Ausreisesystem ein
Große Reform der Schengen-Grenzkontrollen steht bevor
Das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) soll Reisende künftig digital erfassen und die alten Passstempel ersetzen. Voraussichtlich ab Ende 2025 oder 2026 wird das System Millionen von Passagieren registrieren, die jährlich Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen passieren.
Das EES zeichnet Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen in Echtzeit auf. Mithilfe biometrischer Daten – Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdetails – werden die Informationen in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert. Damit entfällt das manuelle Abstempeln von Reisedokumenten, und Identitätsbetrug soll erschwert werden.
Zudem hilft das System den Behörden, illegale Überaufenthalte zu erkennen, indem es Reisedaten mit den erlaubten Aufenthaltsdauern abgleicht. Da es mit nationalen Grenzschutznetzwerken verknüpft ist, ermöglicht es eine präzisere Überwachung des Flugverkehrs. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, das EES unterstütze die übergeordneten Ziele der Migrationspolitik und ergänze die verschärften Kontrollen an den Landgrenzen.
Der Flughafen Nürnberg, der 2025 mit Rekordzahlen von 4,5 Millionen Passagieren rechnete, wird zu den betroffenen Standorten gehören. Zusammen mit Memmingen verzeichnen beide Flughäfen jährlich über drei Millionen Schengen-Grenzübertritte. Da das EES 2023 noch nicht in Betrieb war, wurden in diesem Jahr keine Reisenden darüber erfasst.
Sobald das System aktiv ist, wird es die Sicherheit an den Außengrenzen des Schengen-Raums stärken. Es liefert Echtzeitdaten, um Betrug zu verhindern und Visabestimmungen durchzusetzen. Die Einführung des EES markiert den Übergang von papierbasierten Aufzeichnungen zu einer automatisierten, biometriegestützten Erfassung.