Die Linke wählt neue Doppelspitze und positioniert sich im Nahost-Konflikt
Pierre BaumDie Linke wählt neue Doppelspitze und positioniert sich im Nahost-Konflikt
Die Linke wählt neue Führung bei dreitägigem Parteitag in Potsdam
Auf einem dreitägigen Parteitag in Potsdam hat die Linke ihre neue Doppelspitze gewählt. Die Delegierten rangen zudem um eine gemeinsame Linie in der umstrittenen Frage des Israel-Palästina-Konflikts und der militärischen Operationen Israels im Gazastreifen. Die Veranstaltung markierte eine Weichenstellung für die künftige Rolle der Partei in der ostdeutschen Politik.
Ines Schwerdtner wurde mit etwa 86 Prozent der Stimmen als Parteivorsitzende wiedergewählt – ein besseres Ergebnis als bei ihrer ersten Wahl im vergangenen Jahr, als sie rund 80 Prozent erreichte. Diesmal trat sie ohne Gegenkandidatur an.
Luigi Pantisano übernahm den zweiten Vorsitz mit knapp über 53 Prozent Zustimmung. Er folgt auf Jan van Aken, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Wie Schwerdtner hatte auch Pantisano keine Konkurrenten bei der Abstimmung.
Der Parteitag offenbarten tiefe Gräben in der Haltung der Linken zum Vorgehen Israels im Gazakrieg. Nach langen Debatten einigten sich die Delegierten auf einen Kompromiss: In einer Abschlussresolution stuften sie die israelischen Militäroperationen offiziell als Völkermord ein.
Nun richtet die Partei ihren Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. Politikanalysten sehen sie als möglichen Königsmacher bei der Bildung neuer Regierungen.
Mit einer klaren Führungsspitze und einer definierten Position in einer umstrittenen Frage verlässt die Linke Potsdam. Schwerdtner und Pantisano stehen nun vor der Aufgabe, die Partei durch eine entscheidende Phase zu führen – ihr nächste Prüfstein wird die politische Landschaft im Osten sein.






