11 June 2026, 02:17

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer in Deutschland

Ifo-Präsident: Pflichtbetriebsrenten könnten Unternehmen belasten

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer in Deutschland

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat einen Vorschlag vorgelegt, betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland verpflichtend einzuführen. Yasmin Fahimi, die DGB-Vorsitzende, argumentierte, dass solche betrieblichen Renten die bestehende gesetzliche Rente ergänzen und gemeinsam von Arbeitgebern finanziert werden sollten.

Fahimi wies darauf hin, dass derzeit etwa 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland keinen Zugang zu betrieblichen Altersvorsorgemodellen hätten. Sie ist überzeugt, dass die Reform den Arbeitnehmern im Ruhestand eine größere finanzielle Sicherheit bieten würde.

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, bezeichnete den DGB-Plan als „grundsätzlich sinnvoll“. Er verwies auf den demografischen Wandel als zentralen Grund für die Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Gleichzeitig warnte er jedoch, dass verpflichtende Arbeitgeberbeiträge die Lohnnebenkosten in die Höhe treiben könnten.

Fuest äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Angesichts einer nachlassenden Wachstumsdynamik könnte es für Unternehmen schwierig werden, zusätzliche lohnbezogene Ausgaben zu schultern.

Das Vorhaben zielt darauf ab, Millionen von Beschäftigten ohne betriebliche Absicherung in die Altersvorsorge einzubinden. Arbeitgeber müssten sich an den Kosten beteiligen, was sich potenziell auf die Arbeitskosten auswirken würde. Die wirtschaftliche Gesamtlage bleibt ein entscheidender Faktor für die Umsetzbarkeit der Pläne.

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