Deutschlands WM-Drama: Zwischen Hoffnung und Zweifeln vor Paraguay-Duell
Klaus-Dieter PohlDeutschlands WM-Drama: Zwischen Hoffnung und Zweifeln vor Paraguay-Duell
Deutschlands WM-Kampagne verläuft bisher unbeständig
Ein überzeugender Sieg gegen Curaçao wurde von einem knappen Erfolg gegen die Elfenbeinküste und einer Niederlage gegen Ecuador gefolgt. Nun steht im entscheidenden K.-o.-Spiel Paraguay als Gegner bevor.
Die Mannschaft zeigt sowohl in der Offensive als auch in der Defensive Schwächen. Die Stürmer kämpfen oft in engen Räumen und wirken dadurch berechenbar. Auch die Abwehr ist anfällig – die Leistungen von Torhüter Manuel Neuer stehen dabei besonders in der Kritik.
Bundestrainer Julian Nagelsmann räumte vor dem Paraguay-Spiel Probleme bei der körperlichen Präsenz und in Zweikämpfen ein. Dennoch bleibt DFB-Direktor Rudi Völler zuversichtlich und verweist auf den Kampfgeist des Teams. Zudem lobte er Paraguays beeindruckende Qualifikationssiege gegen Brasilien und Argentinien.
Zu den Lichtblicken zählen Nathaniel Phillips und Deniz Undav, die mit Explosivität und Dynamik überzeugen. Doch insgesamt fehlt der Mannschaft eine überzeugende Erzählung – nur wenige Spieler äußern sich öffentlich. Eine Ausnahme waren Felix Nmechas Äußerungen über Jesus.
Historisch schneidet Deutschland gegen favorisierte Gegner oft stark ab, hat aber gegen kompakt stehende, aggressiv pressende Teams Probleme. DFB und Fans mögen diese Schwächen früher übersehen haben, doch das politische Schweigen der Mannschaft lenkt nun den Fokus ganz auf die Ergebnisse.
Das Spiel gegen Paraguay wird zeigen, ob Deutschland seine Defizite beheben kann. Entscheidend sind körperliche Präsenz, defensive Stabilität und Anpassungsfähigkeit. Eine starke Leistung könnte das Vertrauen zurückbringen – ein weiteres Scheitern würde jedoch die Zweifel an der Entwicklung des Teams vertiefen.
