19 June 2026, 18:12

Darmbakterien könnten Krebstherapien revolutionieren – dank Fettsäuren aus dem Mikrobiom

Antitumor-Wirkstoff aus dem Darm

Darmbakterien könnten Krebstherapien revolutionieren – dank Fettsäuren aus dem Mikrobiom

Das menschliche Mikrobiom beherbergt etwa 100 Billionen bakterielle Zellen aus Tausenden von Arten. Diese mikroskopischen Gemeinschaften spielen eine zentrale Rolle für viele Körperfunktionen, darunter das Immunsystem. Neue Forschungsergebnisse deuten nun darauf hin, dass sie auch die Krebstherapie verbessern könnten.

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Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte bakterielle Stoffwechselprodukte die Aktivität von Immunzellen verstärken können. Kurzketten-Fettsäuren wie Butyrat und Pentanoat optimieren den Stoffwechsel von CD8-T-Zellen, auch als Killerzellen bekannt, und steigern so deren Fähigkeit, Tumorzellen zu zerstören.

Das Bakterium Megasphaera massiliensis produziert Pentanoat im Darm. In Experimenten verbesserte die Behandlung mit dieser Fettsäure die Wirksamkeit tumorspezifischer T-Zellen gegen solide Tumormodelle. Die Ergebnisse legen nahe, dass kurzketten-Fettsäuren die CAR-T-Zelltherapie bei soliden Tumoren vor dem Einsatz am Patienten optimieren könnten.

Die Studie wurde von Dr. Maik Luu geleitet, mit Beiträgen von Professor Michael Hudecek und Professor Alexander Visekruna. Ihre Arbeit erschien in Nature Communications unter der DOI 10.1038/s41467-021-24331-1.

Die Forschung zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Darmbakterien und der Immunantwort auf. Pentanoat und ähnliche Verbindungen könnten bald bestehende Krebstherapien unterstützen – und so den Weg zu wirksameren Behandlungen für solide Tumoren ebnen.

Quelle