Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung
Pierre BaumBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr für politische Bildung
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der schulischen Bildung
Das Bildungsministerium Brandenburgs und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die politische Bildung an Schulen zu fördern. Ziel der Vereinbarung ist es, Schülerinnen und Schülern Einblicke in sicherheitspolitische Fragen sowie die staatliche Verantwortung zu vermitteln und gleichzeitig kritisches Denken zu stärken. Unter bestimmten Voraussetzungen können Jugendoffiziere der Bundeswehr künftig als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden.
Die Vereinbarung formalisiert die bereits seit Langem bestehende Zusammenarbeit zwischen Schulen und der Bundeswehr. Sie ermöglicht es Jugendoffizieren, an Diskussionen über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globales Krisenmanagement sowie europäische Sicherheitsinteressen teilzunehmen. Dabei treten sie als Gesprächspartner auf – nicht als Lehrkräfte.
Die Schulen behalten die volle Entscheidungshoheit darüber, ob sie die Offiziere einladen, und müssen solche Besuche mit dem bestehenden Lehrplan in Einklang bringen. Die Jugendoffiziere verpflichten sich dabei an den Beutelsbacher Konsens, der Indoktrination verbietet und eine ausgewogene Darstellung sicherstellt. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer mehrperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Themen.
Die parlamentarische Gruppe der BSW übt scharfe Kritik an der Vereinbarung und bezeichnet sie als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ im Klassenzimmer. Die Gruppe fordert die sofortige Aussetzung des Abkommens.
Der Kooperationsvertrag schafft einen Rahmen für Schulbesuche von Jugendoffizieren der Bundeswehr. Die Teilnahme liegt im Ermessen der einzelnen Schulen. Die Initiative zielt darauf ab, bei Schülerinnen und Schülern kritisches Denken zu fördern – stets im Einklang mit den bildungspolitischen Vorgaben.






