Biennale Venedig 2025: Kunst zwischen Boykott, Rückkehr Russlands und neuem Publikumspreis
Ilja RustBiennale Venedig 2025: Kunst zwischen Boykott, Rückkehr Russlands und neuem Publikumspreis
Die Biennale Venedig 2025 eröffnet mit 100 Nationalpavillons und dem Leitthema In Moll
Die diesjährige Ausgabe steht im Zeichen der Kontroverse: Nach einem Jury-Boykott und prominenten Rücktritten wurde die Veranstaltung von Forderungen begleitet, bestimmte Nationen auszuschließen. Dennoch kehrt Russland nach zweijähriger Abwesenheit mit einem eigenen Pavillon zurück.
Die Ausstellung läuft bis zum 22. November und präsentiert 111 Künstler:innen sowie 31 Begleitveranstaltungen in der gesamten Stadt.
Spannungen von Anfang an Die Biennale startete unter Druck, als die internationale Jury einen Boykott ankündigte. Die Juror:innen weigerten sich, Pavillons von Ländern zu bewerten, deren Regierungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt sind. Hauptsächlich richteten sich die Proteste gegen Israel und Russland.
Alle fünf Jury-Mitglieder traten später zurück, woraufhin die Organisator:innen die Vergabe der Goldenen Löwen verschieben mussten. Als Ersatz wurde ein neues Publikumsvotum unter dem Namen Besucher-Löwen eingeführt. Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Boykott hingegen ab und betonten die institutionelle Neutralität der Veranstaltung.
Russland und Israel trotz Proteste vertreten Russlands Pavillon, 2022 und 2024 abwesend, ist in diesem Jahr mit dem Projekt Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel zurück. Israels Beitrag, Rose des Nichts, wird im Arsenale gezeigt. Portugals Vertreter Alexandre Estrela positionierte sich öffentlich gegen die Teilnahme beider Länder. Sein Werk RedSkyFalls ist im Palazzo Fondaco Marcello zu sehen.
Neben Portugal präsentieren sich auch Brasilien und Osttimor als Vertreter der lusophonen Welt. Die Biennale bleibt damit ein globaler Magnet – zwischen künstlerischer Innovation und politischer Debatte.
Neues Votum, alte Konflikte Ohne die traditionellen Preise setzt die Biennale 2025 auf das Publikumsvotum. Die Rückkehr Russlands und der Jury-Boykott sorgen weiterhin für Diskussionen. Bis Ende November bleibt die Schau geöffnet – ein Mix aus Kunst und anhaltenden Kontroversen.






