Berlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Klaus-Dieter PohlBerlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus
Vor dem Berliner Abgeordnetenhaus wird bald ein Platz den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Die offizielle Namensverleihung findet im Rahmen einer besonderen Plenarsitzung am Donnerstag statt. Der regierende Bürgermeister Kai Wegner wird eine Ehrung halten, um ihr Vermächtnis zu würdigen.
Die Zeremonie beginnt um 9:00 Uhr, wobei die Plenarsitzung selbst erst um 11:00 Uhr – eine Stunde später als üblich – startet. Nach den Ansprachen wird die neue Namensplatte für den Margot-Friedländer-Platz enthüllt. Friedländer, die als Ehrenbürgerin Berlins ausgezeichnet wurde, starb am 9. Mai 2022 im Alter von 103 Jahren.
Unterdessen wird das Abgeordnetenhaus auch über die jüngsten Maifeiern und Demonstrationen am 1. Mai beraten. Zwar verliefen die meisten Veranstaltungen friedlich, doch die Polizei nahm mehrere Dutzend Personen fest und leitete rund 120 Strafverfahren ein. Zu den mutmaßlichen Straftaten zählten Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung und sexuelle Belästigung.
Die Umbenennung des Platzes stellt sicher, dass das Andenken an Friedländer in der Stadt, die sie ihre Heimat nannte, weiterlebt. Die Debatte über den 1. Mai wird sowohl den friedlichen Charakter der meisten Kundgebungen als auch die Vorfälle thematisieren, die zu Polizeieinsätzen führten. Die Ermittlungen zu den angeblichen Straftaten laufen noch.






