Bayerns Wasserstoff-Streit: Millionenförderung für eine Technologie ohne Kunden?
Ilja RustBayerns Wasserstoff-Streit: Millionenförderung für eine Technologie ohne Kunden?
In Bayern ist ein Streit um die Finanzierung von Wasserstofftechnologie im Landtag entbrannt. Kritiker warnen vor einer Verschwendung der Gelder, während Befürworter betonen, dass die Branche zusätzliche Förderung benötige. Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der die Verbreitung von Wasserstoff in Deutschland weiterhin gering bleibt – bundesweit sind gerade einmal 1.802 Wasserstoffautos unterwegs.
Die bayerische SPD wirft der Landesregierung vor, Mittel zu verschleudern, indem sie den Ausbau von Wasserstofftankstellen subventioniert. Als Beleg verweisen sie auf die geringe Zahl an Fahrzeugen: Im ersten Halbjahr 2025 wurden in Bayern lediglich 43 Wasserstoff-Pkw neu zugelassen. Im gesamten Land machen Wasserstoffautos nur einen winzigen Bruchteil der 1,65 Millionen Elektrofahrzeuge aus.
Das bayerische Wirtschaftsministerium verteidigt die Ausgaben. Die Behörden argumentieren, dass die Wasserstofftechnologie im Vergleich zu anderen Alternativen noch in den Kinderschuhen stecke und daher gezielt gefördert werden müsse. Wirtschaftsminister Hubert Aiwander (CSU) hat sich öffentlich für Wasserstoff ausgesprochen und sogar die BMW-Werke besucht, um über dessen Potenzial zu diskutieren.
Aktuell sind in Deutschland nur 263 Wasserstoff-Lkw unterwegs, in Bayern gibt es 17 Tankstellen für den Kraftstoff. Ein Ausbau der Infrastruktur könnte regionalen Unternehmen wie SFC Energy helfen, die unter sinkenden Gewinnen aufgrund schwacher Nachfrage und Projektverzögerungen leiden. BMW hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit der Förderdebatte geäußert.
Der Konflikt zeigt die Herausforderungen auf, vor denen die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland steht. Angesichts der geringen Fahrzeugzahlen und der spärlichen Infrastruktur hängt die Zukunft der Branche von weiteren Investitionen ab. Das Ergebnis der aktuellen Förderdebatte könnte Bayerns künftigen Kurs bei alternativen Kraftstoffen prägen.






