Bayern startet 11-Punkte-Offensive gegen Netzausbau-Stau und lange Wartezeiten
Ilja RustBayern startet 11-Punkte-Offensive gegen Netzausbau-Stau und lange Wartezeiten
Bayern präsentiert 11-Punkte-Plan für schnelleren Netzausbau und gegen Verzögerungen bei Anschlussanträgen
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Mittwoch den „Bayerischen Netzgipfel“ geleitet, bei dem führende Vertreter zusammenkamen, um die wachsenden Rückstände bei Netzanschlüssen zu bewältigen. Angesichts von 500 Gigawatt an ausstehenden Anträgen – ein Vielfaches des tatsächlichen Bedarfs – drängen die Behörden auf dringende Reformen, um das Verfahren zu beschleunigen.
Auf dem Gipfel wurde deutlich, wie frustrierend das aktuelle System für Entwickler und Netzbetreiber ist. Seit Langem kritisieren sie das Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ als ineffizient. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erklärte, das bestehende „Chaos“ bei den Netzanschlüssen müsse ein Ende haben – ein klares Signal für eine Neuausrichtung der Prioritäten.
Laut dem neuen Plan will Bayern Großverbraucher wie Rechenzentren bei den Anschlussgenehmigungen bevorzugt behandeln. Speicherprojekte mit Batterien sollen hingegen keine Sonderregelungen erhalten. Stattdessen fordert der Freistaat die Bundesregierung auf, eine aktivere Rolle bei der marktgetriebenen Ausweitung von Speicherkapazitäten zu übernehmen.
Zusätzlich zu diesen Maßnahmen haben Bayern und Niedersachsen gemeinsam einen Antrag beim Bundesrat eingereicht. Darin begehren sie, Batteriespeicher von der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV) auszunehmen, die derzeit Anschlussverfahren erschwert. Der Bundesrat wird das Anliegen in seiner nächsten Sitzung am 26. September beraten.
Ziel der bayerischen Initiative ist es, Engpässe abzubauen und kritische Infrastruktur vorrangig zu behandeln. Durch die Fokussierung auf Großverbraucher und den Appell an den Bund, die Speicherpolitik zu steuern, hoffen die Verantwortlichen, die Belastung der Netze zu verringern. Die Entscheidung des Bundesrats wird zeigen, ob Speicherprojekte künftig mehr Flexibilität erhalten.






