BAföG-Reform: 60 Euro mehr – doch reicht das gegen explodierende Mieten?
Pierre BaumBAföG-Reform: 60 Euro mehr – doch reicht das gegen explodierende Mieten?
Ein neuer Vorschlag zur Reform der Studentenförderung ist im Bundestag eingereicht worden. Der Plan sieht eine Erhöhung des Wohnkostenzuschusses um 60 Euro vor, doch Kritiker halten dies angesichts des aktuellen Mietmarktes für völlig unzureichend. Während die Mieten in Universitätsstädten explodieren, stehen Studierende und Auszubildende unter wachsendem finanziellen Druck – besonders, da die Regierung an anderer Stelle die Mittel kürzt.
Der Antrag, offiziell als Drucksache 21/2234 eingereicht, umfasst drei zentrale Punkte: eine regionale Anpassung der Wohnkostenbeihilfen, eine automatische Inflationsanpassung sowie die Garantie eines existenzsichernden Mindestniveaus. Befürworter argumentieren, dass diese Maßnahmen Studierenden helfen würden, die steigenden Lebenshaltungskosten zu bewältigen. Doch der vorgeschlagene Zuschuss von 60 Euro mehr für Wohnkosten gilt angesichts der aktuellen Marktlage als unzureichend.
Der Haushaltsentwurf 2026 von Ministerin Bär sieht zudem Kürzungen in Höhe von 250 Millionen Euro für Studierende und Auszubildende vor. Diese Streichungen kommen zu einer Zeit, in der die Mieten in Hochschulstädten weiter steigen – Experten schätzen, dass allein die Reform der Wohnkostenbeihilfen 67 Millionen Euro erfordern würde. Ayşe Asar, eine engagierte Fürsprecherin für studentische Belange, fordert eine grundlegende Neugestaltung des BAföG-Systems, um Studierende aus der Armut zu holen.
Politische Uneinigkeit blockiert jedoch Fortschritte. CDU/CSU und SPD streiten weiterhin darüber, wie die Reformen finanziert werden sollen. Kritiker werfen der Regierung vor, sie setze lieber auf Steuererleichterungen für Unternehmen als auf Investitionen in Bildung – und überlasse Studierende damit ihrem Schicksal, während die Kosten weiter steigen.
Der Bundestag hat nun den offiziellen Reformvorschlag für das BAföG vorliegen. Sollte er verabschiedet werden, würden die Wohnkostenbeihilfen regional angepasst und an die Inflation gekoppelt. Ohne zusätzliche Mittel könnte die Erhöhung um 60 Euro jedoch kaum etwas daran ändern, dass Studierende in einem immer teurer werdenden Mietmarkt weiter unter finanzieller Belastung leiden.






