15 April 2026, 18:19

Autobranche kämpft gegen EU-Verbot für Verbrenner ab 2035

Detailierte Linienzeichnung eines Automotors auf Papier mit erklärendem Text, der Komponenten wie Kolben und Ventile zeigt.

IG Metall erwartet Arbeitsplatzrettung durch späteren Ausstieg aus Verbrennungsmotor - Autobranche kämpft gegen EU-Verbot für Verbrenner ab 2035

Führende Vertreter der deutschen Automobilbranche wehren sich gegen das geplante EU-Verbot für den Verkauf neuer Verbrennermotoren ab 2035. Horst Ott, Chef der IG Metall in Bayern, fordert einen flexibleren Ansatz, um Arbeitsplätze zu schützen, während Branchenvertreter mehr Spielraum beim Übergang zur E-Mobilität einfordern. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie sich Klimaziele mit wirtschaftlichen und beschäftigungspolitischen Interessen in Einklang bringen lassen.

Horst Ott, Vorsitzender der bayerischen IG Metall, warnte, ein striktes Verbot ab 2035 werde zu Stellenabbau führen, den die Belegschaften nicht hinnehmen würden. Eine Lockerung der Frist könnte seiner Meinung nach viele dieser Jobverluste verhindern. Gleichzeitig betonte Ott, dass die Autokonzern im Gegenzug ihre aktuellen Umstrukturierungspläne überdenken müssten, falls die Frist verschoben werde.

Ott lehnte die Vorstellung eines "Glaubenskriegs" um Antriebstechnologien ab und schlug stattdessen vor, die Gewinne aus herkömmlichen Verbrennern für den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu nutzen. Seine Position deckt sich mit den Bedenken von Martin Kimmich, dem Betriebsratsvorsitzenden von BMW, und Jörg Schlagbauer von Audi, die sich beide gegen ein pauschales Verbot aussprechen.

Schlagbauer kritisierte die von der EU vorgesehenen Strafzahlungen bei Verfehlung der CO₂-Ziele als "Todesstoß für die Branche". Er forderte, dass etwaige erlassene Bußgelder in neue Technologien und Produktionsstandorte fließen sollten – und nicht in Dividenden für Aktionäre. Kimmich und Schlagbauer waren sich einig, dass sich alle Hersteller zwar bereits zur E-Mobilität bekennen, für die Umstellung aber mehr Zeit benötigen.

Die drei Vertreter betonten, dass Flexibilität statt starrer Fristen den Übergang für Beschäftigte und Innovationen besser begleiten würde.

Die Forderungen nach einer Aufweichung des 2035er-Verbots zeigen die Spannungen zwischen Klimapolitik und industrieller Stabilität. Sollte die EU ihre Vorgaben anpassen, könnten die Autokonzern unter Druck geraten, die eingesparten Mittel in Arbeitsplätze und grüne Technologien zu reinvestieren. Das Ergebnis dieser Debatte wird sowohl die Zukunft der deutschen Automobilbelegschaften als auch das Tempo der Elektrifizierung prägen.

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