20 April 2026, 12:18

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Moderator Denis Scheck

Ein altes Buch mit dem Titel "Die Macht der öffentlichen Meinung" zeigt eine Zeichnung eines Mannes in einem Anzug, der ernst in einem Stuhl sitzt, und einer Frau, die neben ihm steht.

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Moderator Denis Scheck

Der deutsche Sender ARD hat sein Literaturmagazin Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus in Schutz genommen, die gegen Moderator Denis Scheck erhoben wurden. Die Debatte entzündete sich an seinen scharfen Kritiken an Büchern der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Beide Schriftstellerinnen verurteilten seine Vorgehensweise öffentlich – und lösten damit eine breitere Diskussion über Fairness in Buchbesprechungen aus.

Auslöser war Schecks Rezension von Passmanns Werk, das sie später in einem Instagram-Post als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch" bezeichnete. In seiner Sendung inszeniert er seine Ablehnung besonders drastisch: Bücher, die ihm nicht gefallen, wandern über eine Rutsche in den Müll. Auch von Kürthy reagierte und schrieb in der Zeit, sie werde sich solche pauschalen Abwertungen nicht länger gefallen lassen.

ARD betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele. Der Sender unterstrich sein Bekenntnis zur Gleichberechtigung und erklärte, bei Druckfrisch gebe es "keinen Platz für Frauenfeindlichkeit". Zudem verwies man darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe.

Scheck selbst argumentiert, seine Kritik richte sich ausschließlich gegen die Werke – nicht gegen Autor:innen oder Leser:innen. Unterdessen kritisierte die Schriftstellerin Elke Heidenreich in einem separaten Zeit-Essay sowohl seinen Rezensionsstil als auch die Rolle des ARD, der dies eine Plattform biete.

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Die Kontroverse hat Druckfrisch in die Kritik gerückt, während ARD seine Unterstützung für Gleichberechtigung in der Literatur bekräftigt. Der Sender würdigte zwar die Leistungen von Autorinnen, hielt aber am Format der Sendung fest. Die Diskussion über die Grenzen literarischer Kritik dauert an – mit Wortmeldungen von Kritiker:innen und Schriftsteller:innen.

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