15 March 2026, 20:26

AfD-Erlangen zieht Flugblatt nach Falschbehauptungen gegen CORRECTIV zurück

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der Aufschrift "Diskussion" in schwarzer Tinte, die die Schlagzeile "Semanario Repúblicano Democrático Federal" trägt.

AfD-Erlangen zieht Flugblatt nach Falschbehauptungen gegen CORRECTIV zurück

Ein Wahlkampf-Flugblatt der AfD in Erlangen hat zu interner Kritik und rechtlichen Schritten geführt. In der Broschüre wurden falsche Behauptungen über die Untersuchung des Recherchezentrums CORRECTIV zu einem rechtsextremen Treffen aufgestellt und diese als "Märchen" abgetan. Nach massiver Kritik hat der Ortsverband das Material nun zurückgenommen und eine formelle Richtigstellung veröffentlicht.

Das von der Erlanger AfD verbreitete Flugblatt bezeichnete den CORRECTIV-Bericht über eine geheime rechtsextreme Zusammenkunft als erfunden. Zudem behauptete es fälschlicherweise, Gerichte hätten die Erkenntnisse der Untersuchung zurückgewiesen. Tatsächlich haben mehrere Gerichtsverfahren die zentralen Fakten und Kernaussagen des Berichts bestätigt.

Unter Druck unterzeichnete der lokale AfD-Vorsitzende eine Unterlassungserklärung und zog mehrere Aussagen zurück. Robert Aust, der Kreisvorsitzende, räumte ein, das Flugblatt sei "schlecht recherchiert und unglücklich formuliert" gewesen, und äußerte Bedauern. Später präzisierte er, die zurückgenommene Aussage beziehe sich auf ein konkretes Szenario, das nicht offiziell von der Partei vertreten werde.

Die Kontroverse ereignet sich zu einer Zeit, in der die AfD weiterhin den Begriff "Remigration" in ihrem Programm verwendet – auch wenn sie den detaillierten Plan des Aktivisten Martin Sellner nicht explizit befürwortet. Parteivertreter hatten zuvor von einer "Remigration im Millionenmaßstab" gesprochen, die auch deutsche Staatsbürger einschließen könnte. Im Flugblatt hieß es zudem, falls sich die CORRECTIV-Vorwürfe als wahr erweisen sollten, würde die AfD nicht zur Wahl antreten – eine Aussage, die nun auf dem Prüfstand steht.

Das Erlanger Flugblatt wurde eingestampft, und der lokale AfD-Verband hat seine umstrittenen Behauptungen zurückgezogen. Gerichte haben die CORRECTIV-Erkenntnisse bestätigt, sodass die früheren Dementis der Partei nun haltlos sind. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen innerhalb der AfD bei der Vermittlung ihrer Positionen zu Migration und rechtsextremen Verstrickungen.

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